Geschichte

Vorderansicht des Hauses

Die Entwicklungsgeschichte von MOBILE e. V.

1994 wurde MOBILE – Verein für Gesundheits- und Familienbildung e. V. mit dem Ziel gegründet, Kursangebote für Familien im ländlichen Raum anzubieten. Pattensen hat einschließlich eingemeindeter Ortsteile 14.000 Einwohner und liegt in der südlichen Region Hannover, 15 Kilometer von der Innenstadt Hannovers entfernt. Der Ort und die Umgebung sind durch landwirtschaftliche Strukturen geprägt, die seit den 1990er Jahren auf Grund von Zuzügen aus dem städtischen Bereich starke Veränderungen erfahren.

Angebote der Familienbildung entsprachen zum Zeitpunkt der Vereinsgründung nicht dem örtlichen Bedarf, außerdem waren die im Bereich Kinderbetreuung vorhandenen Strukturen defizitär.

1996 griff MOBILE e. V. diese Lücken auf und gründete  eine Initiative zum Aufbau eines Mütter- und Familienzentrums. „Begegnung, Bildung, Betreuung und Beratung unter einem Dach“ war die Leitidee. Ihr lag der Gedanke zu Grunde, dass Familien Angebote brauchen, die miteinander vernetzt sind, damit sie einen effektiven Nutzen haben. Statt der üblichen Versäulung sollte ein Netzwerk bestehend aus Dienstleistungen, Begleitung und Möglichkeiten zur Selbsthilfe geschaffen werden. Dieser Gedanke wurde im  Laufe der Jahre weiterentwickelt  und im Rahmen der generationenübergreifenden Arbeit fortgeführt.

1999 bauten 10 Familien ein ehemaliges Tischlereigebäude gemeinsam mit örtlichen Handwerksfirmen zum Mütter- und Familienzentrum Pattensen mit Kursangeboten, offenem Frühstücks- und Nachmittagstreff für Eltern, Großeltern und Kinder und einem Hort für 20 Grundschulkinder aus.

In den nächsten Jahren wurden die institutionellen Angebote erweitert mit einem Minikindergarten für 2 – 3-Jährige , einer Kindertagestätte für 3 – 6-Jährige und einem Betreuungsangebot in den Grundschulen.

Darüber hinaus entwickelte sich die Freiwilligenarbeit mit Dienstleistungsangeboten außerhalb des Zentrums in Form eines Wunschgroßelterndienst und eines Schulfrühstücks in einer Gesamtschule. Selbsthilfegruppen, Hobbygruppen und Gesprächskreise nutzten das Haus als Kommunikationstreffpunkt.

2003 wurde das Zentrum als erstes gefördertes Niedersächsisches Mehrgenerationenhaus von der damaligen Niedersächsischen Sozialministerin Ursula von der Leyen eröffnet. Es folgte ein Ausbau der Kindertagesstätte (70 Kinder) sowie die Weiterentwicklung der generationenübergreifenden und an Senioren gerichteten Angebote: Märchenoma, Austausch Hort – Pflegewohnstift, Spielrunden für Senioren, Senioren als Berater und Helfer (Geschäftsführung, EDV, Reparaturen), Treffpunkt und Betreuung für demenziell Erkrankte, Jung-hilft-Alt-Angebote (Computerkurs, Internet-Café)

2006 wurde die Kindertagesstätte auf 90 Plätze erweitert. Es erfolgte die Aufnahme des Hauses in das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

2007 eröffnete MOBILE e. V. in Kooperation mit der Stadt Pattensen ein Familienservicebüro. Zu den Aufgaben gehören die Beratung, Vermittlung und Begleitung von Tagespflegepersonen, die Vermittlung von spontan benötigten Betreuungsangeboten, Babysittern und Wunschgroßeltern.

Die Kindertagesstätte erweiterte ihr Angebot um eine Krippengruppe für Ein- bis Dreijährige.

Das Mehrgenerationenhaus steht seit 2007 einmal monatlich für ein Wochenende Umgangsvätern, die ihren Wohnort nicht in der Nähe von Hannover haben,  mit ihren Kindern als Umgangshaus zur Verfügung.

2008 / 2009 wurde das Angebot an offenen Gruppen erweitert:

– Selbsthilfegruppe Herz

– Trauergruppe für Erwachsene

– Trauergruppen für Kinder

„Um ein Kind groß zu ziehen braucht man ein ganzes Dorf“ – das afrikanische Sprichwort wurde zum Leitmotiv des Mehrgenerationenhauses.

Es bedeutet die Nutzung und Bündelung der vor Ort vorhandenen Ressourcen aller Generationen durch Begegnungen im Alltag, durch Selbsthilfe, Freiwilligenarbeit und professionelle Dienstleistungen.

Das Mehrgenerationenhaus ist für das  Umfeld Anlaufstelle für Fragen, Anregungen, Ideen und Angebote. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern  fällt dann die Rolle zu, mit dem vorhandenen Wissen über örtliche Strukturen die Besucher zu beraten, Kontakte herzustellen oder Aktionen, Angebote und Projekte zu initiieren und zu organisieren. Auch in der Freiwilligenarbeit entstehen auf diese Weise neue Kontakte und personelle Ressourcen.

Gleichzeitig werden auch ohne direkten Anstoß von außen Defizite aufgegriffen und mit vorhandenen oder neu zu schaffenden Möglichkeiten bearbeitet.

Durch die örtliche Verbundenheit und den Bekanntheitsgrad des Hauses haben sich im Laufe der Jahre Netzwerke gebildet, die sich kontinuierlich weiter entwickeln und immer wieder überraschend neue Möglichkeiten eröffnen.

Mit Ausnahme der Außerhaus-Dienstleistungen und der Hortbetreuung sind alle Bereiche und Angebote unter dem Dach des Mehrgenerationenhauses (700 qm Fläche) untergebracht. Das Einzugsgebiet umfasst die Stadt Pattensen mit den Ortsteilen sowie die umliegenden Gemeinden in der südlichen Region Hannover im Umkreis bis ca. 10 Kilometer. Besonders die Kursangebote haben einen weiter gestreuten Teilnehmerkreis.